Archive for the ‘Marketing’ Category

The Long Tail of Web 2.0

Dienstag, Januar 29th, 2008
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In the February issue of the German marketing magazine Absatzwirtschaft, one can read an interesting analysis of the Long Tail for eCommerce applications in today’s web 2.0. I would like to refer to this issue and put the thoughts up for discussion.

Traditional management/economics has focused on Pareto’s 80/20 rule – i.e. that usually a company makes 80% of its revenues from 20% of its products. A a consequence offline-companies have sought to hype “hit products”. Hence a huge gap existed between e.g. Hollywood blockbusters and small productions, huge differences arose between star author’s royalties and less pushed book authors. Consequence? A focus on mainstream and a neglecting of niche products.

The establishment of the internet changed this picture . With the new medium it was now possible to display and sell an almost endless number of products – independent from storage or shop-window capacities. Amazon, as a first pioneer in eCommerce, offered far more title than the ordinary bookshop around the corner. This concept works successfully and shows the strategic adaptation. Amazon now makes a large part of its revenues (25%) through title that are not stocked even by large bookshops (> 100,000 titles).

Web 2.0 has accelerated this development. On the one hand, social aspects enable customers to quickly search and find products that are more suitable than mainstream, on the other hand the growing network leads to tapping niche groups that could not be reached before or that were too scattered to profitably address their needs. Furthermore, digital products from eBooks to movies allow to use the Long Tail even for the very last product.

Long Tail

To leverage Long-Tail-benefits as a company, the magazine Absatzwirtschaft has selected five success factors:

  • Minimal Storage-Cost
  • Minimal Sales- ad Marketing-Cost
  • Flexible Sales-Structures
  • „Endless“ Selection of Products
  • Minimal Price

Of course movie and book business are exemplary branches fort he successful use of these new possibilities and trends. However, I think there are plenty of lessons for strategists and companies that have not yet mastered the way into the web 2.0. Especially companies with a much differentiated portfolio (especially service companies) have a good chance to tap new business and sales areas.

MP: Das Produkt

Mittwoch, Januar 3rd, 2007
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Die Gestaltung des Produktes selbst hat den fraglos groessten Effekt auf den Erfolg Ihrer Marketingstrategie, schliesslich dreht sich bei der Vermarktung immer alles um Ihr „Produkt“. Dabei haben Sie verschiedene Ansatzmoeglichkeiten fuer Produktenticklungen oder –veraenderungen. Art, Qualitaet, Verpackung, Design, Marke, und sonstige Faktoren.

Konsumgueter: Es gibt verschiedene Dimensionen fuer die Differenzierung von Produkten. Im allgemeinen laesst sich anhand der Produkteigenschaften in Sachleistungen, Dienstleistungen und Ideen unterscheiden:
Gueter sind materielle Produkte (engl. tangible), also schmeckbare, riechbare, hoerbare, fuehlbare und sichtbare Dinge. Zudem kann man Gueter in der Regel wiederholt produzieren und speichern, weshalb man sie auch als Sachleistungen bezeichnet. Aufgrund der letzeren Definition fallen auch die meisten Internetprodukte in diese Kategore, da der Inhalt – obwohl digital nur in Zahlen zerlegt – speicher- und reproduzierbar ist.
Services bzw. Dienstleistungen sind Produkte unterscheiden sich von Guetern/Sachleistungen da sie nicht materiell und daher nicht speicher- oder reproduzierbar sind (z.B. Frisur).
Ideen sind Produkte die darauf abzielen eine Verhaltensaenderung zu erreichen. In der regel werden sie von Non-Profit Organisationen „vermarktet“, wie z.B. Antiraucher-Kampagnen.

Darueber hinaus unterscheidet man Produkte anhand der Kauffrequenz:
Gebrauchsgueter (engl. Convenience Products, Commodities) werden von breiten Kaeuferschichten auf regelmaessiger Basis gekauft. Darunter fallen zum Beispiel die meisten Nahrungs- und Putzmittel sowie Koerperfpflegeprodukte wie Shampoo und Duschbad. Gebrauchsgueter sind in der Regel zu niedrigen Preisen zu haben und werden ohne grosse Qualitaetsunterschiede von vielen Anbietern angeboten. Der Kunde verbringt nur wenig Zeit mit der Suche nach diesen Produkten.
Shopping-Produkte sind Waren, die weniger haeufig gekauft werden. Der Kunde wendet mehr Zeit fuer die Suche auf, da die Produkte teurer sind als Gebrauchsgueter und psychologische reizvoller sind. In diese Kategorien fallen die meisten Kleidungsprodukte, Parfuem und Kosmetik.
Bei Spezialprodukten handelt es sich um Waren, die wesentlich teurer als Shopping-Prdoukte sind und seltener gekauft werden. Der Kunde nimmt oft eine lange Informationssuche (vor allem in Bezug auf den Preis) in Kauf und ist deutlich waehlerischer. In diese Kategorie fallen zum Beispiel Autos.
Darueber hinaus kann man noch Notfallprodukte (Zeit und Kosten werden kaum beachtet, man nimmt was gerade hilft) und Ungeplant Erworbene Produkte (die ohne vorheriges Planen erworben werden, z.B. als Resultat einer Marketingaktion im Kaufhaus) als Produktkategorien nennen.

MP: Marketing-Mix

Dienstag, Dezember 5th, 2006
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Sie haben nun die ersten Seiten Ihres „Buches“ mit der Ausgangsposition bereits geschrieben und sich auch schon das letzte Kapitel in Form Ihrer Unternehmensziele zurechtgelegt – nun gilt es die eigentliche Geschichte zu schreiben! Wie koennen Sie ausgehend vom Ist-Zustand die gesetzten Ziele erreichen? Fuer diese Frage bietet das Marketing einen kleinen Katalog an moeglichen Werkzeugen, die Ihnen bei der erfolgreichen Umsetzung helfen koennen. Die bekanntesten sind die sogenannten 4P im Englischen: Product, Price, Place, Promotion.

Marketingmix

Im folgenden werde ich die einzelnen Bereiche einzeln diskutieren.

MP: Ziele

Montag, Dezember 4th, 2006
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Ein Ziel muß man früher kennen als die Bahn. Jean Paul (1763-1825)

Ziel Ihrer bisherigen Arbeit war es moeglichst umfangreiches Datenmaterial zu sammeln und einen detaillierten Ueberblick ueber Ihr Unternehmen, Ihren Markt und die Kunden, sowie Ihre Wettbewerber zu gewinnen. Darauf aufbauend sollten Sie nun in der Lage sein, konkrete Ziele fuer einzelne Bereiche und das gesamte Unternehmen abzustecken. Welche und wieviele Ziele Sie sich setzten ist komplett Ihnen ueberlassen. Ihre Ziele sollten jedoch realistisch und der Fortschritt messbar sein, waehrend sie die zuvor analysierten Chancen/Risiken und Staerken/Schwaechen beruecksichtigen.

Moegliche Ziele lassen sich dabei nach ihrem zentralen Element unterscheiden:

Produktziele
Setzen Sie sich eine erfolgreiche Produkteinfuehrung oder eine Produktentwicklung zum Ziel, nehmen Sie sich die Verdraengung eines Konkurenzproduktes vor, oder arbeiten Sie an der Steigerung von Absatz (Menge) oder Qualitaet.

Umsatz- & Gewinnziele
Streben Sie eine prozentuale Gewinnsteigerung an oder setzen Sie sich einen bestimmten Gewinnbetrag als Ziel? Sie koennen auch ihre Gewinnmarge erhoehen oder die Zahlungsfaehigkeit ihres Unternehmens verbessern.

Marktziele
Erhoehen Sie ihren Marktanteil und/oder bauen Sie die Marktmacht Ihres Unternehmens aus. Setzen Sie sich eine gesteigerte Marktpenetration zum Beispiel durch hoehere Kundentreue, die Ansprache neuer Benutzer oder durch Abwerben von Kunden anderer Unternehmen zum Ziel. Erschliessen Sie neue Maerkte mit anderen Zielgruppen oder einer Ausweitung Ihrer geographischen Aktivitaeten.

Zukunftsentwicklung

Setzen Sie sich die Entwicklung/Etablierung neuer Technologie oder hoeherer Industriestandards zum Ziel, streben Sie ehrgeizig den Zukauf anderer Unternehmen oder Bereiche an oder planen Sie die Abspaltung von unprofitablen Unternehmensteilen.

New title in english.

Samstag, Dezember 2nd, 2006
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Nachdem ich gestern, ein wohl recht negatives (aber sehr reelles) Bild von russischen Verkaeufern gezeichnet habe, moechte ich heute auf ein anderes interessantes Phaenomen in diesem Zusammenhang eingehen – die russischen U-Bahn-Verkaeufer.

Hierbei handelt es sich um eine unbekannte Zahl an Menschen, die ausserhalb der Stosszeiten durch die U-Bahnen ziehen, um diverse Kleinartikel feilzubieten. Dabei ist das System recht fortgeschritten. Die Haendler sind in Gruppen unterwegs, wobei jeder Verkaeufer immer nur einen Waggon bedient und auf eine Warengruppe oder sogar nur auf ein einzelnes Produkt spezialisiert ist. Am naechsten Bahnhof rueckt jeder einfach einen Waggon weiter, an der Endstation wechselt man dann einfach als Gruppe auf einen anderen Zug. Die angebotenen Produkte sind recht vielfaeltig. Dabei handelt es sich unter Anderem um Zeitschriften, Taschenlampen und Software. Meine zwei Lieblingsprodukte sind der Glasschneider und das Stifte-Sortiment. Ersterer ist eine Art stabileres Cutter-Messer zum zerteilen von Glas, Fliesen und Spiegeln. Die Praesentation in der U-Bahn ist immer recht aufwendig – so werden ein halbes Dutzend verschiedenen Scheiben und Fliesen vor den Augen der staunenden Metro-Benutzer zerteilt. Das ganze ist sehr unterhaltsam. Ueber den betriebswirtschaftlichen Erfolg der Kampagne kann ich nichts sagen, jedoch halte ich das Produkt fuer wenig auf die Zielgruppe abgestimmt… Ein Kollege in der U-Bahn meinte angesichts des Glas-Schneiders zu mir „Es ist absolut toll – aber wofuer zum Teufel brauche ich das?“ Da ist der Verkauf von Stiften schon ein realistischeres Ansinnen. Immer wieder begeistert mich der lange Werbetext, den die Verkaeufer gegen die laermenden Ansagen und das laute Rattern der U-Bahn herausschreien. Leider kann ich nicht genug Russisch um wirklich zu verstehen was sie sagen – aber da sie insgesamt knapp 2-3 Minuten fuellen, muss die Darstellung der Produktfaehigkeiten sehr ausfuehrlich sein. Es sind doch nur Stifte – Kugelschreiber, Bleistifte, Gelschreiber… Ich versuche mir dann immer vorzustellen wie man die verschiedenen Einsatzmoeglichkeiten anpreist – Mit diesem Stift kann man Buecher schreiben, Tabellen erstellen, Vertraege unterzeichnen, Skizzen anfertigen, Bilder malen…

Dabei stellt man einen wesentlich hoeheren Unternehmergeist fest, als zum Beispiel bei Ladenverkaeufern (wie im letzten Exkurs Russland beschrieben). Stifteverkaeufer koennen meist sogar mehrere Stifte in jedem Waggon absetzen. Ich begreife dieses Phaenomen als „Marketing – back to the roots“. Das Hausieren und das oeffentliche Feilbieten von Waren sind schliesslich die urspruengliche Formen des Marketing. Heutige Errungenschaften auf diesem Gebiet wie Internet-Marketing, TV-Kampagnen und Aehnliches verschleiern oft den Blick auf die absolute Grundfunktion – das Verkaufen um zu (ueber-)leben.

MP: Marktkräfte

Freitag, Dezember 1st, 2006
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Nun, da Sie einen ganzen Katalog an Daten und Fakten ueber Ihr Unternehmen, Ihre Wettbewerber und Ihren Markt haben, gilt es, eine kurze und verwertbare Arbeitsgrundlage zu schaffen. Dies erreichen Sie mit einem Ueberblick der fuenf Marktkraefte und der SWOT-Analyse.

5-Marktkraefte

Die Marktkraefte sind die Marktelemente die Ihre Marktposition beeinflussen koennten. Um das Risko fuer Ihr Unternehmen abzuschaetzen ist es gut zu wissen, wie gross der Einfluss der jeweiligen Elemente ist. Moegliche Gefahren gehen dabei von Ersatzprodukt und neuen Wettbewerbern sowie von Ihren Kunden und Lieferanten aus.

Marketingplan Marktkräfte

Lieferanten
Um den Einfluss der Lieferanten auf Ihren Markt einzuschaetzen, charakterisieren Sie kurz die Struktur dieses Marktes – gibt es nur einen Lieferanten, einige oder viele? Zudem steigt die Macht der Lieferanten wenn das Wechseln zu anderen Lieferanten zeitaufwaendig oder teuer ist, und wenn es kaum aehnliche Produkte gibt, auf die Sie als Kunde ausweichen koennen.

Kunden
So wie Sie als Kunde Ihre Lieferanten betrachtet haben, werden Sie wiederum auch von Ihren Kunden evaluiert. Daher haben Kunden mehr Macht, je groesser der Wettbewerb in Ihrem Markt is und je leichter Sie zu anderen Anbietern wechseln koennen. Dies ist vor allem der Fall, wenn die angebotenen Produkte kaum Unterschiede aufweisen und der Wechselaufwand gering ist.

Ersatzprodukte
Wie bereits in den beiden vorherigen Absaetzen erlaeutert, sollten Sie ein genaues Auge auf Konkurrenzprodukte haben. Wie ist das Preis- und Qualitaetsverhaeltnis? Werden in naher Zukunft Produkte auf den Markt kommen, die Ihr Produkt ersetzen koennen? Gibt es vielleicht in anderen Industrien oder Branchen Trends die Ihr Produkt bedrohen?

Neue Wettbewerber
Die Gefahr neuer Wettbewerber ist besonders in den Maerkten hoch, in denen die sogenannten Zutrittsbarrieren niedrig sind. Wie hoch sind beispielsweise die Investitionen, dieein Unternehmen taetigen muss? So ist verarbeitenden und produzierenden Gewerbe die Eintrittskostenbarriere in der Regel hoeher. Zudem sind auch die Austrittsbarrieren zu bedenken. Wettbewerb entsteht eher, wo man leicht in den Markt, aber auch leicht wieder aus ihm heraus kommt (z.B. weil keine Grossen Verluste auf Investitionen drohen). In diesem Rahmen spielen haeufig auch gesetzliche Beschraenkungen eine Rolle. Welche Vorgaben muss ein Wettbewerber erfuellen, welche Standards einhalten?

Rivalitaet im Wettbewerb
Zusammen mit den vorhergehenden Punkten laesst sich nun die Rivalitaet im Wettbewerb charakterisieren. Diese ist hoeher je einfacher Marktein- und austritt sind, je aehnlicher die Wettbewerber (z.B. Groesse, Strategie) und ihre Produkte einander sind.

MP: Markt und Kunden

Donnerstag, November 30th, 2006
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Als Teil Ihrer Geschaeftstaetigkeit oder auch waehrend Ihrer Recherche haben Sie sicherlich schon einen Eindruck vom Markt an sich erhalten. Eine detaillierte Charaktersisierung ist jedoch auch hier wichtig, insbesondere, da Sie sich dadurch strukturiert ein genaues Bild von Ihren Kunden machen. Wichtige Fakten, die Sie ueber Ihren Markt wissen sollten sind die gesamte Marktgroesse und die Groesse seiner Teile (wenn vorhanden), zumindest den Umfang des Marktsegments in dem Sie aktiv sind. Von Bedeutung ist zudem der Zustand des Marktes. Wie entwickelt sich der Markt? Waechst er, oder kann man ihn als gesaettigt bezeichnen?

Eine kurze Charakterisiserung der typischen Vertriebskanaele und der Kommunikationswege zwischen Anbietern und Kunden ist schnell getan, da Sie bereits bei den Steckbriefen die Vertriebsmethoden und Verkaufsformen recherchiert haben. Zudem ist es wichtig, den rechtlichen Rahmen zu kennen und kurz darzulegen. Gibt es staatliche Beschraenkungen, gesetzliche Standards oder Quoten? Sind solche geplant?

Der zentrale Teil des Marktes ist jedoch der Kunde selbst. Hier ist eine ausfuehrliche Betrachtung absolut notwendig. Dafuer empfiehlt es sich den Kundenkreis fuer den Gesamtmarkt nach folgenden Gesichtspunkten zu analysieren:

Marketingplan Kundenanalyse

MP: Stärken/Schwächen-Analyse

Dienstag, November 28th, 2006
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Sie haben inzwischen recht umfangreiche Steckbriefe von ihrem Unternehmen und der Konkurrenz erstellt. Grafisch aufbereitet ermoeglicht dies eine gute Analyse der Ist-Situation. Dafuer sollten Sie die einzelnen Punkte Ihrer Steckbriefe bewerten à Ist dieser Punkt eine Staerke oder eine Schwaeche des Unternehmens?

Marketingplan Stärken/Schwächen

Diese Analysen koennen Ihnen helfen festzustellen, wo Sie sich verbessern koennen oder sogar muessen. Entsprechend dem Muster koennen Sie auch grob schaetzen wo mit wenig Aufwand besonders schnelle Verbesserungen moeglich sind und wo man langfristig an Schwaechen arbeiten muss. Neben dem Vergleich mit dem Wettbewerb kann sich dabei auch der Vergleich mit dem Ideal lohnen. Sicherlich hat auch Ihr staerkster Konkurrent noch einiges an Schwaechen. Wie stellen Sie sich bezogen auf die verschiedenen Punkte das ideale Unternehmen fuer Ihren Markt vor? Wenn Sie verschiedene Wettbewerber in der Staerken/Schwaechen-Analyse dargestellt haben waere es dafuer zum Beispiel moeglich, die gesammelten Staerken der verschiedenen Unternehmen im „idealen“ Anbieter zu buendeln.

Marketing in Russland

Montag, November 27th, 2006
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Wie vielleicht schon bekannt, verbringe ich derzeit einige Monate in St. Petersburg. Marketing in Russland ist ein harter Job, da das Denken der Leute noch sehr mit den alten Sowjet-Strukturen, Werten und Ablaeufen verhaftet ist. Dies trifft allerdings weniger auf die Kunden als vielmehr auf die Dienstleister und Verkaeufer zu. Dies ist auf den ersten Blick verwunderlich (und schockiert quasi immer wieder aufs Neue wenn man damit konfrontiert wird), da das traditionelle westliche Bild eines Verkaeufers die Eigenschaften Kompetenz und Freundlichkeit als Schluessel zum erfolgreichen Verkaufen sieht (Stichwort Verkaufspsychologie). Ueber beides scheint der durchschnittliche russische Verkaeufer nicht zu verfuegen. Darueber hinaus fehlt ihm ebenfalls jeglicher Geschaeftssinn.

Als Beispiel dafuer moechte ich auf einen Besuch im Petersburger „Jimi Hendrix Blues Club“ am Samstagabend eingehen. Die Getraenkebestellung verlief zunaechst recht reibungslos (auch wenn es nicht genuegend Karten gab und wir ca. 10 Minuten warten mussten bis wenigstens zwei Stueck an anderen Tischen frei wurden…). Als die Getraenke schliesslich gebracht wurden, fehlte zunaechst ein bestelltes Schweppes, was uns noch nicht verwunderte, da das Tablett sehr voll war. Jedoch wurde es auch innerhalb der folgenden zehn Minuten nicht gebracht. Also versuchten wir aufwendig die Kellnerin erneut an unseren Tisch zu winken. Als sie schliesslich kam und wir fragten, meinte sie nur zu uns, es geben kein Schweppes mehr und verschwand wieder. Also begannen wir wieder zu winken, um ein Alternativ-Getraenk zu bestellen. Wir versuchten es mit Tonic, aber der war auch nicht mehr verfuegbar, genausowenig wie Fanta – also nahmen wir Sprite.

Bemerkenswert war das nicht vorhandene Entgegenkommen in Form von (eventuell tatsaechlich bestellbaren) Getraenke-Optionen und der toedliche Blick, mit dem sie uns fuer unsere Aufsaessigkeit strafte. Etwas spaeter wagten wir einen erneuten Versuch, diesmal um zum Abschluss einen Tee zu bestellen (wie es in Russland eben ueblich ist). Aus der Erfahrung gelernt, erkundigten wir uns zunaechst ob denn alle Tees von der Karte erhaeltlich waeren, was die gute Frau zun unserer Freude direkt bejahte. Das stellte sich jedoch als arglistige Taeuschung heraus, musste sie doch (ohne grosses bedauern) den Wunsch nach schwarzem Tee aufgrund mangelnder Verfuegbarkeit ablehnen. Wie es sich schliesslich herausstellte war gar nur noch eine Sorte erhaeltlich…

Ich muss unterstreichen, dass dies kein Einzelfall ist. Aehnliche Erfahrungen haben wir bereits des oefteren gemacht. Dabei beschraenkt sich dieser Verkaufsstil nicht nur auf Bars und Restaurants, sondern ebenfalls auf saemtliche Lebensmittel- und Bekleidungslaeden. So ist es eine der ersten Lektionen, die der Fremde lernen muss, dass man immer genuegend Kleingeld dabei haben sollte, da sich Verkaeufer haeufig weigern selbst 100-Rubel-Scheine (entspricht nichtmal drei Euro!) anzunehmen. Neulich wurde selbst eine Bezahlung mit 50Rubel (1.5 Euro) abgelehnt…

Es ist schwer begreiflich worauf diese latente Feindschaft dem Kunden gegenueber zurueckzufuehren ist. Haeufig wird die schlechte Bezahlung als Ursache genannt (man muss wissen der Durchschnittslohn liegt selbst in St. Petersburg bei knapp 300 Euro im Monat). Dies wird jedoch dadurch entkraeftet, dass auslaendische Arbeitskraefte bei anzunehmender gleicher oder gar schlechterer Bezahlung ein ungleich hoeheres Mass an Hoeflichkeit und Freundlichkeit aufweisen. So wird man in indischen Restaurants schon am Eingang quasi in die Familie aufgenommen. Es muss also einen mehr russischen Hintergrund haben. Diverse Publikationen beschaeftigen sich mit russischer Psychologie und russischem Verhalten (empfohlen sei z.B. der „Kulturschock Russland“). Dabei wird oft das „Machtgefuehl“ als Ursprung des schlechten Service genannt. In der russischen Gesellschaft wird Status zumeist mit Macht ueber Andere gleich gesetzt (das Status-Denken ist hier generell staerker ausgepraegt). Macht hat wer ueber Informationen verfuegt, Macht hat wer andere degradieren kann. In diesem Licht nutzt der Verkaeufer also seine „Macht“ ueber den Kunden, um seinen Status herauszustellen. Dies ist besonders interessant, da der Beruf des Verkaeufers in der Sowjet-Zeit als besonders schlecht angesehen war (noetiges Ueberbleibsel des Kapitalismus). Auch muss man sagen, dass in diesem Punkt der Begriff „Wettbewerb“ noch nicht in den Koepfen angekommen ist. Begegnet man dem Auftreten der Verkaeufer mit einem „Dann kaufe ich eben nicht!“ oder „Dann gehe ich eben in den Laden gegenueber!“, fuehrt dies nicht gar zu einer Verbesserung der Situation. In der Regel quittiert der Verkaufer das nur mit einem Schulterzucken und einem monotonen „Ich nehme ihren Schein nicht“.

Es bleibt die Frage wie man diesem Phaenomen als Sales oder Marketing Director begegnet. Dass man reagieren sollte steht ausser Frage, da eine Verbesserung des Service grosses Potenzial in sich birgt. Weil auch Russen diesen schlechten Service gern vermeiden wuerden und nicht als gottgegeben ansehen, koennte man mit einem kundenorientierten Verkauf stark gegenueber der Konkurenz punkten. Als „Unique Selling Proposition“ ist guter Service in Russland also auf alle Faelle geeignet (wenn auch sicherlich nicht fuer immer).

Als geeignet erscheinen mir eine Kombination aus durchdachter Personalplanung und Schulungsprogrammen. Da man mit letzterem sicherlich nur begrenzt Psyche und Einstellung beeinflussen kann, sollte man bereits bei der Auswahl der Mitarbeiter ein Auge darauf haben, inwiefern die beschriebenen Phaenomene fest verankert sind (z.B. durch gezielte Fragen, das Durchspielen einer Testsituation, Probezeit). Bei Verkaufsschulungen sollte man dann Schwerpunkte in den Bereichen Motivation und Kundenbeziehung setzen. Zu guter Letzt ist es vernuenftig zusaetzlich ein Bonusprogramm zu haben bzw. einen Teil des Gehaltes leistungsbezogen zu gestalten. Das ist in Russland noch nicht wirklich etabliert und wird in der Regel nur von Firmen mit Auslandsbezug praktiziert, da flexible Bezahlung von Arbeitnehmer haeufig mit „Missbrauch/Ausbeutung“ assoziiert wird. Wenn man das System jedoch geschickt kommuniziert, kann das nachhaltig zum Firmenerfolg beitragen, da „unproduktive“ Mitarbeiter abgeschreckt werden und „produktive“ Mitarbeiter zusaetzliche Motivation erhalten. Vielleicht liesse sich damit selbst unsere Lieblingskellnerin aus dem Blues Club bewegen uns beim naechsten Besuch ein bisschen entgegenkommender zu behandeln…

MP: Positionierungsvergleich

Montag, November 27th, 2006
  • german

Die Positionierung beinhaltet die Ausrichtung der Firma innerhalb des Marktes. Dafuer begutachtet man die vom Unternehmen angebotene Leistung (z.B. nach Qualitaet und Service), und bringt diese zusammen mit dem geforderten Preis in Verbindung wie in der Grafik dargestellt.

Marketingplan Positionierung

Hilfreich bei der Begutachtung ist eine externe Sicht. Oftmals werden Produkte vom Verbraucherschutz oder von privaten Dienstleistern bewertet. Dies ermoeglicht einen neutraleren Vergleich. Besonders mit der eigenen Position sollten Sie hier kritisch sein. Ziel des Marketing kann es schliesslich sein, Ihre Positionierung im Kopf des Kunden nach eigenen Wuenschen zu beeinflussen.