Posts Tagged ‘Blogosphäre’

Streisand-Effekt trifft Deutsche Bahn

Dienstag, Februar 3rd, 2009
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Firmen sind unverbesserlich! (Eigentlich könnte der Post hier aufhören)

Ich arbeite selbst im Social-Media-Bereich für einen Großkonzern und kann wieder einmal nur mit dem Kopf schütteln, wie wenig sensibilisiert die Kommunikationskollegen anderer Unternehmen beim Thema Web 2.0 sind. Vor 78 Minuten (!!!) veröffentlichte Markus Beckedahl auf seinem Blog die Info, dass er von der Deutschen Bahn eine Abmahnung erhalten habe, mit der Aufforderung (unter Androhung von Schadenersatzforderungen) ein “internes Memo zur Mitarbeiter-Rasterfahndung bei der Deutschen Bahn”, welches er zwei Tage zuvor veröffentlicht hatte sofort aus dem Netz zu nehmen. Innerhalb kürzester Zeit (bisher 80 Minuten) haben mindestens sechs weitere Blogs (meins nicht mitgerechnet) sowie einige hundert Twitterer reagiert. Wieviele gerade an einem Beitrag dazu arbeiten möchte ich gar nicht prognostizieren. Den aktuellen Stand der Diskussion kann man gut hier bei Rivva verfolgen.

Damit wird die Deutsche Bahn nun Opfer eines Phänomens, welches Allgemein als Streisand-Effekt bekannt ist. Ein kleines aber unangenehmes Thema im Internet wird erst dadurch publik, dass die betroffene Firma unverhältnismäßig (in der Regel mit rechtlichen Mitteln) reagiert. Was vorher nur eine Handvoll Menschen gelesen hätten, wird somit zum Gesprächthema für Tausende wenn nicht Millionen.

Gerade im Web 2.0 ist die persönliche Kommunikation der Schlüssel zum Erfolg – unabhängig ob man mit Kunden, Mitarbeitern oder Außenstehenden ‘redet’. Der Knopf mit der Aufschrift “ich-häng-das-an-die-große-Glocke” ist für jeden Bloggern beinahe jederzeit mit einer kleinen Handbewegung erreichbar. Der richtige Ansatz wäre es gewesen, Markus persönlich zu kontaktieren (wobei man dabei dann auch durchaus mögliche Konsequenzen aufzeigen kann). Wenn das nicht weiterhelfen sollte, wäre man gut beraten das Geschehen weiter zu beobachten und parallel eine mögliche Reaktion in eigenen Social Media vorzubereiten – für den Fall dass das Thema doch Wellen schlägt. Diese Medien fehlen der Bahn (abgesehen vom Twitter-Orakel) aber scheinbar. Zu guter Letzt muss man auch mal den Mumm haben, Dinge auszustehen – vor allem wenn man merkt, dass eigene Aktionen das Problem noch verschlimmern könnten. Der Fehler ist ja offensichtlich Bahn-intern geschehen, denn Markus wird das entsprechende PDF ja nicht in Bond-Manier aus dem Bahn-Tower entwendet haben.

Die oberste Strategie muss in jedem Falle heißen “Kühlen Kopf bewahren und sich Konsequenzen bewusst machen!”. Ein vernünftiges Online-Monitoring reicht nicht aus, um potentielle Krisen in den Griff zu bekommen. Fingerspitzengefühl, Einfühlungsvermögen und ein Grundverständnis von “Do’s and Dont’s im Web 2.0″ sind der Schlüssel, um solche Probleme zu meistern.

Eine Übersicht über aktuelle Tweets zum Thema gibt es auf Reetweetist

Die sich immer weiter verlängernde Diskussionen dazu:

Pre-Print: What makes Corporate Blogs successful?

Dienstag, Januar 27th, 2009
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The submission deadline for scientific papers for the COST298 Conference 2009 in Copenhagen is approaching quickly. Therefore, i woukd like to publish a draft version here on the blog, so you don’t have to wait until the proceedings are published in May. The paper is based on a theoretical model of corporate blog effects in the context of social capital and an empirical study of 107 English-, German- and Russian-language corporate blogs. The blogs were archived over a ten week horizon and subsequently checked vor a long list of characteristics and features. Then I did quite a bit of statistical testing for  culture-related differences in blogging practices and finally conducted a series of stepwise regression analyses in order to estimate the effects of the selected characteristics.

Here’s a pdf version of the draft: WHAT MAKES CORPORATE BLOGS SUCCESSFUL? – A CROSS-CULTURAL EMPRICAL STUDY OF CORPORATE BLOG CHARACTERISTICS

(If you’re not a fan of scientific writing, you’re invited to jump to the discussion and implications sections 4. & 5.)

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Corporate Twitter

Dienstag, Dezember 16th, 2008
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On the Daimler-Blog I wrote on companies’ Twitter-ambitions lately. Urs just started the quest for a general definition of a “Corporate Microblog”. In relation to my definition of a corporate blog here my proposal:

A corporate microblog is a stream of short messages published through a standard microblogging service such as Twitter on behalf of a company by an individual employee or a group of employees. The publicized content is related to the company and directed to all or selected stakeholders. As well, the company features prominently as the initiator of the content and has the full copyright to all content published. Furthermore, a corporate microblog is updated regularly and used as one of the firm’s permanent online communication channels.

Видеоблог

Dienstag, Oktober 7th, 2008
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The Russian president Medvedev today started his Videoblog. I don’t understand completely what he is saying, but the fact alone is astonishing. For those who do not understand his words: you might just like to have a look at a president’s desk or computer desktop.

Vie Runet und Luebue

Das Boeing Tanker-Blog

Dienstag, September 16th, 2008
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Es ist immer wieder spannend zu sehen, wo Firmen Blogs für diverse Ziele einsetzen. Boeing ist schon lange mit seinem Marketingmann Randy Tinseth in der Blogosphäre vertreten. Die Entscheidung der Air Force, einen Großauftrag für Tankflugzeuge an Airbus zu vergeben, hat die Firma bewogen, die Blogplattform auch für das Lobbying zu benutzen und das Blog „Tanker Facts“ aufzusetzen. This website is made available to the general public to express opinions regarding the Tanker competition and contract award. Dass das Verteidigungsministerium die Vergabe noch einmal überdacht hat, kann man wohl kaum auf das Blog zurückführen, dürfte aber meiner Meinung nach schon auch der engagierten Arbeit der Boeing-Kommunikatoren zuzuschreiben sein. Immerhin hat es das Blog mit lediglich 5 Beiträgen in 4 Monaten auf mehr als 60 Kommentare gebracht.

Trend zu Themenblogs?

Dienstag, März 11th, 2008
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In der aktuellen Ausgabe des PR-Magazins ist eine fünfseitige Abhandlung über Corporate Blogs enthalten. Die freie Journalistin Sarah Roth hat sich dabei Blogs als vierten Teil einer Serie zur „Reputationssteuerung im Internet“ angeschaut. Was vielversprechend klingt, ist insgesamt aber mehr als nur eine fachliche Enttäuschung. Wäre das ganze ein Aufsatz, müsste man nach der Lektüre eindeutig zum Schluss kommen „Thema verfehlt“.

Frau Roth hat im Rahmen ihrer Recherche einen (für sie) klaren Trend erkannt: Themenblogs sind die Zukunft jeglicher Unternehmensblog-Strategie. Dabei stützt sie sich auf das T-Systems Automotive Blog – für Roth das „Paradebeispiel für eine neue Generation von Firmenweblogs“. Kunden wollten lieber an den inhaltlichen Herausforderungen einer Firma beteiligt werden – in diesem Falle Softwarelösungen von T-Systems für die Produktentwicklung in der Automobilbranche – statt Alltagserlebnisse der Mitarbeiter zu lesen. „Expertenrat statt Alltagstratsch“. Ihre Hauptquelle ist Petra Sammer, die bei Ketchum ja bekanntlich eine ganze Reihe von Blog-Koryphäen wie BMW, MAN und Bauknecht betreut. Stolz wird auch Gina Duscher zitiert, die bei T-Systems Onlineverantwortliche ist: „Unser Expertenblog ist ein voller Erfolg.“ Und weiter heißt es im Artikel dazu „Ein derart umfassendes und direktes Feedback bekämen Unternehmen selten“.

Man soll mich nicht falsch verstehen. Ich gehöre ebenfalls zu den regelmäßigen Lesern des Automotive Blogs, weil ich die Tiefe der Beiträge schätze (obwohl ich mir dafür dann zum Lesen/Verstehen immer gleich eine halbe Stunde freischaufeln muss). Aber ich halte es für völlig verfehlt, dieses als Ikone der Unternehmensblogwelt darzustellen. Der T-Systems-Blog lässt sich folgendermaßen statistisch erfassen: Vier Beiträge jeweils im Januar und Februar (bei immerhin fünf Autoren!), die durchschnittlich einen Kommentar als Reaktion erhalten haben (= umfassendes Feedback?). Dazu eine Technorati-Authority von 15, womit der Blog die Riege der 550,000 Top-Blogs nur knapp verfehlt.

In diesem Rahmen ist es nur schwer nachvollziehbar, wie Frau Roth dieses Modell gleich als wegweisenden Trend für die Zukunft erkannt hat. Persönlich halte ich Themenblogs durchaus für ein vernünftiges Tool und für ein Erfolgsmodell wenn man es richtig anwendet, gerade wenn es darum geht Expertenwissen zu vermitteln und eine Reputation als erfahrener und konstruktiver Partner aufzubauen, aber ich halte es für absolut falsch diese Erkenntnis im Umkehrschluss als Todesstoß für sämtliche anderen Formen zu formulieren. Da ist es schade, dass sich Frau Roth nicht intensiver bei den bekannteren Blog-Experten wie Klaus Eck, Thomas Pleil oder Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach erkundigt hat.

Viel wichtiger wiegt eigentlich eine andere leider nur nebensächlich behandelte Erkenntnis „Unternehmen, die nicht täglich veröffentlichen und auf Kommentare reagieren, werden ignoriert, verspottet oder sogar gehasst“ (Zitat von Sabine Klaas). Dass diese Aussage wiederum bei genauer Betrachtung gegen das T-Systems-Blog spricht, wird nicht erkannt. Bei genauer Überlegung komme ich sogar zu dem Schluss dass es sich bei T-Systems nur um „Corporate Publishing“ im Blog-Gewand handelt, wofür an sich ein Standard CMS genügen würde und der Begriff des Blogs auf seine technische Simplizität zurück-gestutzt wird.

Hat man, aber erstmal begriffen dass Blogerfolg sich über Authentizität, Frequenz und offenen Umgang mit dem Leser erreichen lässt, kann man Blogs konzeptionell für die verschiedensten Firmenziele einsetzen. Da haben Mitarbeiterblogs mit persönlicher Note, wie der Walther-Saftblog, der Frosta-Blog oder auch der Daimler-Blog genauso ihre Daseinsberechtigung wie Themenblogs oder der Trend zu Recruitingblogs a la Bosch und Ikea. Dies wäre sicherlich eine sinnvollere Empfehlung an die vielen PR-Entscheider und Leser des PR-Magazins gewesen.

Analysis of Blog Success

Freitag, Februar 22nd, 2008
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Soon to come.

Blogoscoop and the secret of the blogosphere

Montag, Februar 11th, 2008
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Matthias Schwenk from bwl zwei null really makes me curious as he announces to start Blogoscoop, a new blog-ranking-tool for the German blogosphere. Together with Martin Kunzelnick as developer he promises a tool that will become a benchmark service and also hints to a future international expansion. Though the secret is still securely kept in place, Matthias’ involvement signals a big thing – I’m excited.

Blog advertising example

Freitag, Januar 25th, 2008
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In the German blogosphere the topic of advertisements and paid posts (e.g. through Trigami, similar to PayPerPost) is heavily disputed. Now, an interesting example has shown how NOT to do it: Here a blogger wrote a paid post about an owner of vacation apartments in Dresden. With little knowledge about the apartments themselves he focussed more on the bad web layout (in more or less sloppy language). The principal didn’t really appreciate the critique and a long argument arose – completely carried out through the comments to this post. This is a very interesting case study that shows how much has to be done before blogs will finally arrive as small business marketing medium with respect to blogger behavior and company expectations. Nevertheless a very amusing reading…

Re-Launch – Design & Inhalte neu

Dienstag, Januar 15th, 2008
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So, nachdem auf dieser Domain lange Zeit Flaute herrschte, habe ich mich entschieden meine Blogging-Aktivitäten ein wenig zu restrukturieren und hier ein etwas persönlicheres Blog zu entwickeln. Ich beschäftige mich schon eine Weile mit Corporate Blogs und der Blogosphäre und möchte nun über diese Plattform ein wenig regelmäßiger in die Diskussionen einsteigen. Eventuell werde ich noch von meinen alten Blogs ein paar Beiträge herüberholen um das Archiv etwas zu füllen und eine Arbeitsgrundlage zu schaffen.